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24. April Ulrich Kilian

Trug Jesus Mundschutz?
Was haben wir geschafft? Die neuartige Lungenkrankheit konnte sich dank der persönlichen Einschränkungen und der untereinander eingehaltenen Distanz nur flach ausbreiten. Die schlagartige Ansteckung blieb aus. Ein Totalabsturz der Wirtschaft wurde verhindert. Krankenhäuser kollabierten keine. Neu dazugekommen ist die Telearbeit, das selbstverständliche Homeoffice. Der Ruf nach Tests und Arzneimitteln wird bleiben. Die Erfahrung, wie es ist, mit einschränkenden Massnahmen zu leben, ist – seit dem letzten Krieg (1939-1945) – nun noch einmal gemacht worden.
Die jüngsten Verhaltensänderungen genügten einem äusseren Signal, einem einschneidenden Appell. Wir leben in einer Welt, die uns fortwährend Signale sendet. Von aussen. Auf allen Ebenen. Aus allen Sphären. Nicht erst seit Greta Thunberg hören wir den Aufschrei. Welches wären unsere inneren Signale? Ein Appell an uns selber, um in einer viralen Technologiegesellschaft zu überleben, in der der Mensch für sich selbst zum Risikofaktor geworden ist. Was signalisiert unser Glaube, der uns seit 2000 Jahren Abendland getragen hat? Wenn wir schon jetzt nicht mehr wie Jesus unter den Menschen unterwegs sein können, wandelt sich da, was wir glauben? Und Jesus: Berichtet wird nur von einem einzigen Aufschrei Jesu. Am Kreuz.

Pfarrer Ulrich Kilian, Guttannen

17. April Beat Abegglen

«Wie lange noch?» – es ist diese Frage, die auch in der Woche nach Ostern unsere Gemüter beschäftigt. Wann können die Massnahmen zur Corona-Krise gelockert werden, wann wird die Rückkehr zur «Normalität» möglich. Vielleicht wissen wir am Erscheinungstag dieses Anzeigers ja schon mehr. Jedenfalls ist weiterhin Geduld gefragt. Die Bibel listet Geduld als eine der Früchte des Heiligen Geistes auf. Das bedeutet: Wir können sie nicht selber machen, nur suchen und uns schenken lassen. «Das Wort Geduld ist ein Schatz im Haus» sagt ein chinesisches Sprichwort. Oder wiederum biblisch gesprochen: Die Geduld ist ein Teil des Schatzes im Acker, den ein Mensch findet. In seiner Freude geht er hin und gibt alles was er hat, um diesen Schatz erwerben zu können.(Matthäus 13,44) Die Suche nach Ostereiern ist vorbei, die Suche nach dem Einen kann noch eine Weile weiter gehen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude und – Geduld.
Mit herzlichem Gruss
Beat Abegglen, Pfarrer, Innertkirchen

3. April Marianne Nyfeler Blaser

„Wir müssen es nehmen, wie‘s kommt“
… höre ich in dieser Zeit oft jemanden sagen. Sie drücken etwas Wichtiges aus: Vieles liegt nicht in unserer Hand. Es wird nur schwerer, wenn man sich auflehnt. Darum nimm es an! – Für mich bedeutet das auch: Vertrau dich Gott an, dem grossen Zusammenhang des Lebens. Aber heisst das nun, einfach alles hinzunehmen und nichts zu tun? Nein, im Gegenteil. „Wir tun was wir können und setzen die Vorsichtsregeln des Bundesrats um“ höre ich zurzeit ebenso oft. Und auch sie haben Recht. – Genauso ist es bei Gott, auf den ich vertraue: Er lässt mir die Freiheit zu Handeln und überträgt mir damit auch die Verantwortung, meinen Beitrag zu leisten. Wie so oft verlangt das Leben von uns hier keine Entscheidung, kein „schwarz oder weiss“, „0 oder 1“, „entweder oder“ sondern ein beherztes „Sowohl als auch“. Hinnehmen können, was kommen mag, nicht nur ein bisschen, sondern ganz. Und handeln, unser Möglichstes tun, nicht nur ein bisschen, sondern ganz. Auf beidem liegt der volle Segen von Gott. Ein Gebet: Gott, schenke mir Gelassenheit, das hinzunehmen, was ich nicht ändern kann, Mut, das zu ändern, was ich ändern kann, und Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden. (Ref. Kirchengesangbuch Nr. 844, Text: Reinhold Niebuhr 1943)

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen eine gesegnete Karwoche,
Marianne Nyfeler, Pfarrerin Gadm

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